Die Rauhnächte – Eine Reise zwischen den Jahren
- mel daé

- 23. Dez. 2025
- 5 Min. Lesezeit
Wenn das Jahr still wird und die Tage ihr Licht verlieren, öffnet sich ein besonderer Raum. Ein Raum zwischen dem, was war, und dem, was werden möchte. Die Rauhnächte beginnen nicht laut. Sie beginnen leise. In deinem Inneren.

Was sind Rauhnächte?
Die Rauhnächte sind eine Zeit ausserhalb der Zeit. 12 Nächte, die sich nicht an den gewöhnlichen Rhythmus des Alltags halten. Sie liegen zwischen den Jahren, dort, wo das Alte sich bereits verabschiedet hat und das Neue noch keinen Namen trägt. Spirituell gesehen sind die Rauhnächte ein Übergangsfeld. Ein Zwischenraum, in dem sich das Bewusstsein weitet und die innere Stimme klarer hörbar wird. Die Welt scheint langsamer zu atmen. Und wir mit ihr. Man beobachtet die Natur, die Träume, die Zeichen. Heute erinnern uns die Rauhnächte wieder daran, dass nicht alles Wichtige geplant, gemessen oder kontrolliert werden kann. Manche Wahrheiten zeigen sich nur in der Stille.
Die Rauhnächte beginnen in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember und enden in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar. Jede dieser Nächte trägt eine eigene energetische Frequenz und steht sinnbildlich für einen Monat des kommenden Jahres. Doch es geht nicht um Vorhersagen. Es geht um Resonanz. Um das, was sich zeigen möchte, wenn wir bereit sind, zuzuhören.
In diesen Nächten ist der Blick nach innen besonders kraftvoll. Gedanken werden ehrlicher. Gefühle deutlicher. Alte Erinnerungen tauchen auf, nicht um uns zu belasten, sondern um gesehen und entlassen zu werden. Die Rauhnächte sind keine Zeit des Wegdrückens, sondern des sanften Annehmens.
Spirituell sind sie eine Einladung, dich mit deinem inneren Kompass zu verbinden. Nicht mit dem Kopf, sondern mit dem Herzen. Sie fragen nicht, ob du genug getan hast. Sie fragen, ob du bereit bist, dich selbst wieder zu spüren. Viele Menschen erleben in dieser Zeit intensivere Träume. Andere spüren ein starkes Bedürfnis nach Rückzug. Beides ist ein Zeichen dafür, dass sich etwas ordnet. Dass sich innere Ebenen neu ausrichten dürfen. Die Rauhnächte erinnern uns daran, dass wir Teil eines grösseren Zyklus sind. Dass jedes Ende auch ein Übergang ist. Und dass Nichtwissen kein Mangel ist, sondern ein heiliger Zustand. In diesem Nichtwissen liegt Offenheit. Vertrauen. Hingabe.
Es ist eine Zeit, in der wir nichts erzwingen müssen.Eine Zeit, in der wir nicht besser werden müssen. Sondern ehrlicher. Die spirituelle Kraft der Rauhnächte liegt nicht in Ritualen allein, sondern in der Haltung. In der Bereitschaft, langsamer zu werden. Still zu werden. Wahrzunehmen, was sich im Inneren bewegt. Vielleicht spürst du, dass du Altes loslassen möchtest. Vielleicht spürst du Sehnsucht nach Klarheit. Vielleicht einfach nur den Wunsch, wieder bei dir selbst anzukommen. All das hat hier Platz.
Die Rauhnächte sind kein Weg nach aussen. Sie führen dich nach innen. Dorthin, wo du dich erinnerst, wer du bist, wenn nichts von dir verlangt wird. Und vielleicht ist genau das ihre grösste Gabe: Dass sie dich nicht verändern wollen. Sondern dich zurückführen. Zu deinem eigenen Rhythmus. Zu deiner Wahrheit. Zu dem stillen Wissen, dass du getragen bist, auch dann, wenn du den nächsten Schritt noch nicht sehen kannst.
Die 12 Rauhnächte
Die Fragen, die bei den Rauhnächten aufgelistet sind, dienen als sanfte Impulse. Sie helfen dir, nach innen zu lauschen und daraus deine ganz persönlichen Wünsche zu formulieren.
1. Rauhnacht – Ankommen · Schutz · Neubeginn
Ritual: Zünde eine Kerze an. Lege beide Hände auf dein Herz. Atme dreimal langsam. Sprich leise: „Ich komme an.“
Wo wünsche ich mir im neuen Jahr mehr innere Sicherheit?
Was darf mich schützen, ohne mich zu verschliessen?
Was möchte ich ganz sanft neu beginnen?
2. Rauhnacht – Reinigung · Klärung · Ordnung
Ritual: Räuchere. Geh langsam durch deinen Raum. Stell dir vor, wie alte Schwere weicht.
Was möchte ich aus meinem Leben ausmisten. Innerlich oder äusserlich?
Welche Gedanken kosten mich am meisten Energie?
Was darf klarer werden, damit ich wieder frei atmen kann?
3. Rauhnacht – Herz · Mitgefühl · Versöhnung
Ritual: Schreibe einen Brief für dich. An dich, an jemanden, an das Leben. Lass das Herz sprechen.
Wem möchte ich vergeben? Vielleicht zuerst mir selbst?
Wo wünsche ich mir mehr Wärme in meinen Beziehungen?
Was würde ich tun, wenn ich mich selbst wirklich liebevoll behandle?
4. Rauhnacht – Mut · Wahrheit · Grenzen
Ritual: Stell dich vor einen Spiegel. Schau dir in die Augen und sage: „Ich darf ehrlich sein.“
Wo sage ich „Ja“, obwohl mein Inneres „Nein“ meint?
Welche Grenze würde mich schützen und gleichzeitig stärken?
Welche Wahrheit in mir möchte endlich ausgesprochen werden?
5. Rauhnacht – Körper · Heilung · Erdung
Ritual: Ein bewusstes Bad, Fussbad oder eine Selbstmassage. Langsam. Ohne Eile. Als würdest du nach Hause kommen.
Was braucht mein Körper wirklich? Nicht nur „sollte“?
Wo wünsche ich mir Heilung? Körperlich, emotional oder energetisch.
Welche Gewohnheit würde mich im Alltag besser tragen?
6. Rauhnacht – Fülle · Dankbarkeit · Empfang
Ritual: Schreibe 10 Dinge auf, für die du dankbar bist. Auch die kleinen. Gerade die kleinen.
Wo sehe ich Fülle, obwohl ich sie oft übersehe?
Was darf ich mir erlauben zu empfangen, ohne Schuldgefühl?
Welche Form von Reichtum möchte ich im neuen Jahr spüren?
7. Rauhnacht – Intuition · Träume · Zeichen
Ritual: Lege ein Notizbuch ans Bett. Bitte vor dem Schlaf: „Zeig mir, was wichtig ist.“ Notiere morgens alles, auch Bruchstücke.
Wo ignoriere ich meine Intuition, obwohl sie längst spricht?
Welche Botschaft wünsche ich mir aus meinen Träumen?
Welche Zeichen möchte ich im Alltag wieder wahrnehmen?
8. Rauhnacht – Kreativität · Freude · Lebendigkeit
Ritual: Male, tanze, summe, schreibe frei, 10 Minuten ohne Ziel. Nur Ausdruck. Nur Leben.
Was bringt mich zurück in echte Freude?
Wo halte ich mich klein, obwohl etwas in mir leuchten will?
Welche kreative Seite in mir möchte Raum bekommen?
9. Rauhnacht – Loslassen · Vergebung · Frieden
Ritual: Schreibe auf einen Zettel: „Ich lasse los…“ und ergänze alles, was gehen darf. Zerreisse ihn langsam.
Was trage ich noch, obwohl es längst vorbei ist?
Welche Geschichte über mich darf ich endlich loslassen?
Was wäre leichter, wenn ich nicht mehr daran festhalte?
10. Rauhnacht – Vision · Ausrichtung · Klarheit
Ritual: Stell dir dein neues Jahr als Bild vor. Nicht perfekt. Echt. Schreib danach 5 Sätze: „Ich lebe ein Jahr, in dem…“
Was möchte durch mich Wirklichkeit werden?
Welche Richtung fühlt sich wie „stimmig“ an?
Was darf ich entscheiden, damit mein Weg klarer wird?
11. Rauhnacht – Kraft · Selbstwert · Verantwortung
Ritual: Schreibe eine Liste: „Das kann ich.“ „Das habe ich überstanden.“ „Dafür stehe ich.“ Lies sie dir laut vor.
Wo wünsche ich mir mehr Selbstwert, jenseits von Leistung?
Wofür will ich im neuen Jahr Verantwortung übernehmen?
Welche Stärke in mir möchte ich nicht länger verstecken?
12. Rauhnacht – Vertrauen · Hingabe · Abschluss
Ritual: Zünde eine Kerze an und sprich: „Ich schliesse ab in Frieden.“ Lege die Hand aufs Herz und atme, bis es ruhig wird.
Wo darf ich mehr vertrauen, statt alles kontrollieren zu wollen?
Was möchte ich dem Leben übergeben, damit ich leichter werde?
Welchen Abschluss brauche ich, um wirklich neu beginnen zu können?
Ein leiser Abschluss
Die Rauhnächte sind kein Test und auch kein To-do. Sie sind eine Einladung. Sanft. Echt. Und zutiefst persönlich. Wenn du in diesen Nächten nur eine Sache tust, dann diese: Sei da. Mit deinem Atem. Mit deinem Herzen. Mit deiner Wahrheit.
Denn manchmal ist das Spirituellste, was du tun kannst, nicht mehr zu suchen. Sondern zu erinnern, dass du längst verbunden bist.
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Die Rauhnächte erinnern uns daran, dass das Neue nicht gemacht wird, sondern entsteht. In der Stille, im Loslassen und im Vertrauen auf das, was in uns gehört werden will.
with love,
Mel ♡




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